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Eigentum

Website mieten oder besitzen? Der Unterschied, den viele erst beim Anbieterwechsel bemerken

79 Euro im Monat klingt vernünftig. Die wichtigere Frage ist nicht der Preis, sondern: Was gehört mir, wenn die Zusammenarbeit morgen endet?

Gate of Lions · Nürnberg5 Minuten Lesezeit

„Ihre neue Website für nur 79 Euro im Monat."

Das klingt zunächst vernünftig. Kein großer Einmalbetrag. Ein Anbieter kümmert sich um alles. Hosting inklusive. Vielleicht sogar Änderungen und Support.

Mietmodelle können deshalb durchaus sinnvoll sein. Das Problem ist nicht die monatliche Zahlung an sich.

Das Problem entsteht dann, wenn ein Unternehmer erst Jahre später feststellt, dass er gar nicht genau weiß, was ihm eigentlich gehört.

Kaufen und mieten sind zwei unterschiedliche Modelle

Eine Website kann ähnlich wie andere betriebliche Infrastruktur betrachtet werden. Sie können dauerhaft für eine Leistung zahlen. Oder Sie finanzieren beziehungsweise bezahlen die Erstellung und betreiben das Ergebnis anschließend selbst weiter.

Beide Modelle können legitim sein. Man sollte nur vorher wissen, welches man unterschreibt.

Bei einer klassischen Mietwebsite zahlt das Unternehmen normalerweise regelmäßig für ein Gesamtpaket. Bei einer individuell übergebenen Website zahlt das Unternehmen hauptsächlich für Erstellung und Einrichtung. Danach bleiben lediglich tatsächlich laufende Kosten wie Domain, Hosting oder verwendete Drittanbieter.

Welche Variante wirtschaftlicher ist, hängt vom Vertrag und vom tatsächlichen Leistungsumfang ab.

Die wichtigste Frage lautet nicht: Was kostet die Website?

Sie lautet:

Was passiert, wenn ich den Anbieter morgen wechseln möchte?

Das ist der Moment, in dem Eigentums- und Zugriffsfragen relevant werden. Prüfen Sie deshalb vor Vertragsabschluss:

  • Auf wen ist die Domain registriert?
  • Wer besitzt den Hosting-Account?
  • Wer hat Zugang zum Quellcode oder zum verwendeten System?
  • Können Inhalte exportiert werden?
  • Was passiert nach einer Kündigung?
  • Können E-Mail-Adressen übernommen werden?
  • Wer besitzt verwendete Bilder und Texte?
  • Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit?
  • Welche Kündigungsfristen gelten?
  • Welche zusätzlichen Kosten entstehen bei einem Umzug?

Ein seriöser Anbieter sollte diese Fragen beantworten können.

Die Domain ist besonders wichtig

Ihre Domain ist Ihre Adresse im Internet. Sie steht auf Rechnungen. Auf Fahrzeugen. Auf Visitenkarten. In Google. In E-Mail-Adressen. In Social-Media-Profilen.

Vielleicht wurde sie über Jahre von Kunden gespeichert und verlinkt. Deshalb sollte ein Unternehmen genau wissen, wer über diese Adresse verfügen kann.

Wenn technisch und vertraglich möglich, ist eine klare Inhaberschaft des Unternehmens eine robuste Lösung. Der Dienstleister kann anschließend administrativen Zugriff erhalten. Das Unternehmen bleibt jedoch unabhängig.

Warum Abhängigkeit teuer werden kann

Anbieterabhängigkeit fällt häufig erst dann auf, wenn etwas verändert werden soll.

  • Das Unternehmen wächst.
  • Ein Shop soll ergänzt werden.
  • Es gibt einen neuen Standort.
  • Ein Buchungssystem soll angeschlossen werden.
  • Eine neue Agentur soll übernehmen.
  • Oder die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Anbieter funktioniert schlicht nicht mehr.

Plötzlich lautet die Antwort: „Das geht mit unserem System nicht." Oder: „Bei Kündigung wird die Website abgeschaltet."

Dann ist nicht die Technik das eigentliche Problem. Das Problem ist die Abhängigkeit.

Eigentum bedeutet nicht, alles selbst machen zu müssen

Das wird gelegentlich verwechselt. Nur weil Ihnen Website, Domain und Zugänge gehören, bedeutet das nicht, dass Sie nachts selbst Serverupdates installieren müssen.

Sie können weiterhin einen Dienstleister beauftragen. Der Unterschied besteht darin, dass Sie ihn beauftragen, weil Sie mit seiner Arbeit zufrieden sind. Nicht, weil Ihre Website ohne ihn verschwindet.

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Betreuung darf trotzdem Geld kosten

Auch eine gekaufte Website verursacht nicht automatisch nie wieder Kosten. Domains kosten Geld. Hosting kostet Geld. Zahlungsanbieter berechnen Gebühren. Manche Softwareprodukte haben Lizenzkosten. Wartung und Weiterentwicklung benötigen Arbeitszeit.

Das ist normal. Entscheidend ist Transparenz. Ein Unternehmen sollte unterscheiden können zwischen:

  • notwendigen Fremdkosten,
  • freiwilliger Betreuung
  • und einer vertraglichen Grundgebühr für die eigentliche Existenz der Website.

Rechnen Sie über mehrere Jahre

Monatliche Beträge wirken psychologisch klein. Deshalb lohnt sich eine einfache Rechnung. Angenommen, ein Dienst kostet 100 Euro monatlich. Das sind:

  • 1.200 Euro pro Jahr.
  • 6.000 Euro in fünf Jahren.
  • 12.000 Euro in zehn Jahren.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das Angebot schlecht ist. Wenn darin über zehn Jahre aktive Betreuung, Änderungen, Wartung, Support und weitere Leistungen enthalten sind, kann es gerechtfertigt sein.

Man sollte jedoch vergleichen, welche Leistung tatsächlich enthalten ist. Wenn die monatliche Zahlung hauptsächlich den Zugriff auf die Website ermöglicht, verändert sich die Rechnung.

Ein Festpreis schützt nur, wenn der Umfang klar ist

Auch das Gegenmodell kann schlecht umgesetzt werden. „Website einmalig 2.000 Euro." Klingt transparent.

Dann kommen Zusatzkosten für jede Unterseite. Für Formulare. Für mobile Anpassung. Für Hosting. Für Änderungen. Für Datenschutz. Für E-Mail. Am Ende liegt das Projekt weit über dem ursprünglichen Betrag.

Deshalb reicht ein Festpreis allein nicht. Zum Festpreis gehört ein definierter Leistungsumfang.

  • Was wird geliefert? Was wird nicht geliefert?
  • Wie viele Korrekturen sind enthalten?
  • Wann gilt das Projekt als abgeschlossen?
  • Welche Konten werden eingerichtet? Wer erhält welche Zugänge?
  • Was kostet eine spätere Änderung?

Das sollte möglichst vor Projektbeginn geklärt sein.

Warum Gate of Lions auf Übergabe setzt

Unsere Position dazu ist bewusst einfach. Wir möchten Geld damit verdienen, etwas für unsere Kunden zu bauen. Nicht damit, unsere Kunden anschließend technisch festzuhalten.

Deshalb ist vollständige Übergabe ein zentraler Bestandteil unseres Modells. Domain, Hosting und wichtige Systeme sollen dem Unternehmen zugeordnet sein.

Betreuung kann danach weiterhin sinnvoll sein. Sie bleibt jedoch eine Dienstleistung. Keine technische Geiselhaft.

Wann eine Mietwebsite trotzdem sinnvoll sein kann

Mietmodelle sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie können sinnvoll sein, wenn:

  • die Einstiegskosten niedrig bleiben sollen,
  • umfangreiche laufende Betreuung enthalten ist,
  • das Unternehmen keinerlei technischen Aufwand möchte,
  • der Anbieter regelmäßig Inhalte aktualisiert
  • oder ein spezialisierter Service dauerhaft benötigt wird.

Dann sollte das Unternehmen diese laufende Leistung bewusst einkaufen. Problematisch wird das Modell erst, wenn eine vermeintlich günstige Website verkauft wird, während Eigentumsverhältnisse, Laufzeiten und Abhängigkeiten kaum erklärt werden.

Fazit

Bevor Sie eine Website kaufen oder mieten, stellen Sie dem Anbieter eine Frage:

Was genau gehört mir, wenn unsere Zusammenarbeit morgen endet?

Die Antwort sagt häufig mehr über das Angebot aus als der Preis auf der ersten Seite.

Eine Website ist schließlich nicht nur Design. Sie ist Teil Ihrer digitalen Infrastruktur. Und bei betrieblicher Infrastruktur sollte eindeutig sein, wer darüber verfügt.

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